Eine passende Druckerei suchen
Suchoptionen für die Schnellsuche Suchoptionen für die Detailsuche Suchergebnisse

„Packt an! Lasst seinen Corpus Posteriorum fallen auf diesen nassen Schwamm bis triefen seine beide Ballen. Der durstigen Seele gebt ein Sturzbad obendrauf, das ist dem Sohne Gutenbergs die allerbeste Tauf.“

Vier ehemalige Lehrlinge der Buchdruckerei Lustenau (BuLu) wurden vor kurzem zu „Jüngern Gutenbergs“ „getauft“. Lorena Lins hat die Lehrabschlussprüfung als Druckvorstufentechnikerin erfolgreich bestanden, Lukas Schmid die Lehre als Drucktechniker und Onur Kos sowie Silvano Gmeiner durften sich über den erfolgreichen Abschluss ihrer Buchbinder-Lehre freuen. Gautschen ist ein bis ins 16. Jahrhundert rückverfolgbarer Brauch im Druckgewerbe, bei dem ein Lehrling nach bestandener Lehrabschlussprüfung im Rahmen einer Freisprechungszeremonie in einer Bütte untergetaucht und auf einen nassen Schwamm gesetzt und „getauft“ wird. Hierbei wird der ehemalige Lehrling auch von allen Sünden seiner Lehrzeit freigewaschen. Die BuLu-Mitarbeiter und deren Familien haben mit den Gäutschlingen bis in die Abendstunden gefeiert.

 

Gautschfeier

Gautschmeister Bernd Grabher und der „BuLu Man“ Levin Bösch mit den Gäutschlingen

 

Gautschfeier

Lukas Schmid freut sich über die bestandene Drucktechnikerlehre

 

…zum Gautschen

Der Sage nach ist das Drucken die Schwarze Kunst. Das liegt nicht nur an der Druckerschwärze. Sondern damals am Ende des Mittelalters, da hat angeblich Johannes Gutenberg die Kunst des Druckens vom Teufel persönlich erhalten. Um den Teufel dann wieder zu verjagen, hat Gutenberg ihm einen nassen Schwamm an den Kopf geworfen. Das Geräusch, das entsteht, wenn jemand von einem Schwamm getroffen wird, klingt ähnlich wie ,gautsch’. So ist wohl der Name des Brauches entstanden.

Eine andere Erklärung sagt, dass der Brauch davon entstanden ist, dass man früher das Papier zum Drucken nass gemacht hat und anschließend das überschüssige Wasser von Hand entfernt hat. Und zwar zwischen zwei Stoffballen, die mit einem Griff versehen waren, damit man sie besser halten konnte. Das dabei entstehende Geräusch wiederum klingt ebenfalls ein wenig nach ,gautsch’.

„Beim echten Gautschen der Lehrlinge wird dieses Verfahren mit einem nassen Schwamm nachgeahmt, der auf einem Sessel liegt. Auf diesen Schwamm wird der Gäutschling gedrückt und die Ballen des Gluteus maximus dienen als zweite Fläche.“

aus „Inspektor Sklensky: Der Tote im Gautschbottich“ von Christian Handler

 

Fotos: BuLu

 

Unsere Mitglieder