Eine passende Druckerei suchen
Suchoptionen für die Schnellsuche Suchoptionen für die Detailsuche Suchergebnisse

In der Naglergasse, einer kleinen Gasse im Herzen der Wiener Innenstadt, findet sich eine Rarität des Kunsthandwerks: Die Kunstanstalt für Kupferdruck von Wolfgang Schön. Er ist einer der letzten seiner Art in ganz Europa, der Visitenkarten, Einladungen oder Grußkarten in Kupferplatten sticht und dann in kleinen Auflagen von Hand druckt. Die manuelle Herstellung der Karten hat sich über die Jahre kaum geändert, genauso wie die Wertschätzung für diese exklusiven Kostbarkeiten.

Die Kunstanstalt wurde 1922 von Josef Lamser gegründet und nach seinem Tod von seiner Witwe Leopoldine weitergeführt. Im Anschluss übernahm ihr Neffe Eduard Schön, der den Betrieb an den heutigen Inhaber Franz Schön weitergab.

Große Namen aus Kunst, Wirtschaft und Politik waren im Laufe der Zeit treue Kunden der Kupferdruckerei: Franz Lehar, Leopold Figl oder Bruno Kreisky sind nur einige von ihnen.

Der erste Schritt für eine manuell hergestellte Visitenkarte: Buchstaben werden mit Hilfe einer Schablone nachgezogen, der Pantograph übersetzt und graviert die Buchstaben dann in eine Kupferplatte. Diese werden danach mit Eisenchlorid angeätzt, damit die Stichkonturen noch besser sichtbar werden.

Im Anschluss arbeitet Wolfgang Schön jeden einzelnen Buchstaben mit einem Stichel nach, damit jeder die genau richtige Tiefe besitzt. Anschließend wird die Kupferdruckfarbe auf ein Blech aufgetragen und erwärmt, bevor sie mit einem Papierwischer auf die Kupferplatte aufgetragen wird.

Dann geht’s zur Presse: Das Papier wird aufgelegt und „gezwickt“, also hin und her gerollt.

Am Ende des Prozesses werden die bedruckten Karten aufgelegt und kontrolliert, während sie zwei Tage lang trocknen.

Eine Auswahl edler Visitenkarten aus der Kunstanstalt für Kupferdruck: jede ein handgefertigtes Meisterstück.

Auch historische Ansichtskarten mit romantischen Wiener Motiven finden sich in Franz Schöns Angebot.

Die Aquarelle werden mit Hilfe von Schablonen händisch koloriert.

Auch hier wird die Presse – wie alle Maschinen in Franz Schöns Werkstatt – manuell bedient.

Durch die verschiedenen Ebenen der Schablonenschichten ersteht das Gemälde auf der Ansichtskarte.

Keine Massenware: Jedes einzelne Motiv auf jeder Karte hat Franz Schön in einem separaten Durchlauf manuell erzeugt.

Wolfgang Schön betreibt den Kupferdruck seit vielen Jahrzehnten als Beruf und Leidenschaft. An seinen exklusiven Drucksorten Interessierte erreichen ihn auf www.kupferdruck.at oder telefonisch unter 0043-1-533 42 63.

 

Fotos © Michael Baumgartner, KiTO.photography, www.kito.at

Unsere Mitglieder