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Chantal Lercher hat soeben ihr erstes Lehrjahr bei der Oberndorfer Druckerei in Salzburg absolviert. Dem druck & medien Magazin erzählt sie, warum sie sich für eine Branche entschied, die – bisher – von Männern dominiert wurde.

Eine Frau als Druckerlehrling ist nach wie vor eine Seltenheit. So stellt sich die Frage: Was hat Chantal Lercher dazu bewogen, diese Lehre anzufangen? Wie viele andere war sie ganz klassisch auf der Suche nach einer Lehrstelle und überlegte sich, was zu ihr passen könnte. Eine Malerlehre klang interessant – oder doch eher Tapezierer? Um sich ein besseres Bild zu machen, war sie in verschiedensten Betrieben auf Schnuppertagen.

Chantals Vater war jahrelang als Staplerfahrer für die Oberndorfer Druckerei tätig. Er erzählte seiner Tochter, dass dringend Lehrlinge gesucht würden. Doch diese war skeptisch: „Ganz ehrlich, anfangs hatte ich kein Interesse, ich dachte mir, das ist nichts für mich und konnte mir auch gar nichts darunter vorstellen. Dann habe ich mich aber zu einem Schnuppertag überreden lassen … und merkte schnell: Das taugt mir total!“

Nicht nur der Vater, sondern die ganze Familie fand das gut. Die Eltern waren sowieso der Meinung, dass sie einen Beruf wählen sollte, der ihr wirklich gefällt. Und auch der Freundeskreis sah keine seltsame Entscheidung. „Meine Freunde fanden es ziemlich cool, dass ich in einer Druckerei meine Lehre starte. Die waren einfach auch sehr neugierig, was ich da mache.“

Viel Abwechslung und viel zu tun

Chantal hat mit 16 soeben ihr erstes Lehrjahr abgeschlossen – mit ausgezeichnetem Erfolg. Insgesamt dauert die Lehre 3,5 Jahre. Vier Berufsschuljahre werden geblockt auf 3,5 Jahre kondensiert. Wenn die junge Frau nicht ein paar Wochen im Jahr die Schulbank drückt, steht sie als angehende Rollenrotationsdruckerin im Betrieb. „Es gibt viel zu tun. Ich bereite neue Aufträge vor, prüfe die Vor-Proofs und kontrolliere, ob alle Platten da sind. Die Druckbilder müssen die richtige Farbe haben. Zu wenig rot oder zu viel gelb – das geht nicht. Das Bild soll ja schön werden!“

Und wann macht der Job am meisten Spaß? „Es gab schon Tage oder Wochen, wo ich als zweiter Drucker gearbeitet habe. Das heißt, ich habe nicht nur assistiert oder beobachtet, sondern selbst mit der Maschine gearbeitet. Das war schon großartig.“ Natürlich weiß auch das Lehrmädchen, dass nicht alles sofort perfekt funktioniert: „Beim Papiereinzug komme ich manchmal noch etwas durcheinander. Auch das Hineingeben der Platten funktioniert nicht jedes Mal perfekt.“ Aber deshalb macht sie ja die Lehre. Übung macht den Meister!

Unterstützung im kollegialen Team

Die Frage, ob ihr die männlichen Kollegen nicht manchmal das Leben ein bisschen schwer machen können, kann Chantal nicht nachvollziehen: „Alle unterstützen mich und wollen mir etwas beibringen, es herrscht eine richtig angenehme, kollegiale Stimmung.“ Doch auch die junge Frau leistet im Team älterer Kollegen ihren Beitrag. Im Betrieb schätzt man Chantal für ihre ruhige Art und die Stabilität, die sie vermittelt. Das ist an stressigeren Tagen, wie sie in einer Druckerei vorkommen können, Gold wert. Ihre Freude an der Arbeit überträgt sich auch aufs Team.

Aber auch wenn nicht immer alles perfekt läuft, sollte man sich bloß nicht unterkriegen lassen. Chantals Tipp für andere Mädchen, die vor der Berufswahl stehen: „Macht Schnuppertage, findet heraus, was euch interessiert. Hört nicht auf ein ‚Mädchen können das nicht‘. Technisches Verständnis, handwerkliches Geschick, Belastbarkeit kann jeder trainieren. Wenn du es willst, kannst du‘s machen!“

Oberndorfer Druckerei

Die Oberndorfer Druckerei ist spezialisiert auf die Herstellung von Zeitschriften, Katalogen und Werbemittel im mittleren bis hohen Auflagenbereich. Sie bietet Kunden aus ganz Europa und den USA Full-Service über alle Fertigungsbereiche aus einer Hand.

www.oberndorfer-druckerei.com

Foto © Oberndorfer

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