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Eine Broschüre, die uns optisch gefällt, die angenehme Farben aufweist und mit interessanten Bildern den Text ergänzt, nehmen wir viel lieber in die Hand als einen nüchtern gestalteten schwarzen Text auf weißem Grund. Denn das Kino im Kopf wird ganz anders angesprochen, wenn unterschiedliche Schriftgrößen den Text untergliedern, Farben für eine angenehme Optik sorgen und vor allem Bilder die Inhalte des Textes wesentlich schneller transportieren als es beim Lesen geschieht. Bilder setzen im Kopf auch sofort eine Assoziationskette in Gang, wecken Erinnerungen und rufen Gedanken und Gefühle wach. Die Beschreibung eines Urlaubsangebots wirkt ohne Bilder langweilig; sehen wir stattdessen noch einen Strand unter Palmen und eine luxuriöse Hotelterrasse, wünschen wir uns sofort an diesen Ort. Über den visuellen Anreiz ist die Botschaft direkt im Gehirn angekommen.

Wenn nun ein Druckprodukt neben dem optischen Sinn auch noch den haptischen Sinn anspricht, kann man sich vorstellen, dass dieser zusätzliche Sinnesreiz erst recht Empfindungen im Gehirn wachruft, die der reine Text so gar nicht auslösen könnte. Gerade in Zeiten digitaler Informationsverarbeitung verankert sich eine auch haptisch wahrnehmbare Kommunikation wesentlich besser im Gehirn als eine nicht-fassbare Nachricht.

Für uns Menschen ist der Tastsinn lebensnotwendig, nur mit ihm finden wir uns in der Umwelt zurecht. Neurobiologisch gesehen, entwickelt ein Baby bereits lange, bevor es hört oder gar sieht, seinen Sinn für Berührung. Die Haut als zuständiges Sinnesorgan für den haptischen Sinn ist das größte menschliche Organ überhaupt. Wir sind in der Lage, bereits geringste Erhebungen spüren zu können, die Schwelle liegt hier bei einem Tausendstel eines Millimeters. Was wir fühlen, trägt wesentlich dazu bei, was wir empfinden.

So genannte Softtouch-Lacke greifen genau hier an. Softtouch-Lack erzeugt, wie der Name andeutet, eine samt- oder wildlederartige Oberfläche. Rein technisch gesehen ist hier das verwendete Bindemittel mit gummiähnlichen Bestandteilen angereichert, die den streichelweichen Effekt erzielen.

Der farblose Lack überzieht das Druckbild mit einer Schicht, die man gerne anfasst und die angenehm für die Haut ist. Fragt man nach, wie sich dieser Lack anfühlt, erhält man Antworten wie „luxuriös, anspruchsvoll, elegant, anmutig, samten, butterweich, sanft, zart, glamourös, sinnlich“. Jedem Marketingverantwortlichen geht dabei das Herz auf, denn wenn ein Produkt beim Anfassen mit diesen Eigenschaften assoziiert wird, ist es schon so gut wie verkauft. Hochwertige Verpackungen, Präsentationsmappen, Buchumschläge, Visitenkarten, Postkarten oder Aktionsflyer sind deshalb häufige Anwendungsgebiete für eine Veredelung mit Softtouch-Lack.

Softtouch-Lacke werden inline über das normale Lackwerk einer Bogenoffsetmaschine aufgebracht, wobei das empfohlene Schöpfvolumen die üblichen Lackauftragsmengen von 13 cm3 nicht übersteigt. Trotzdem ist der Lack abriebfest und hinterlässt keine unschönen Fingerabdrücke. Wie jeder andere Lack schützt auch dieser den Druck vor dem Verscheuern und vor Kratzern, sowohl bei der Weiterverarbeitung als auch im Endgebrauch. Als Bedruckstoff eignen sich vor allem saugfähige und gestrichene Papiere und Karton. Der Softtouch-Lack trocknet schnell und vergilbt nicht.

In der Regel wird Softtouch-Lack vollflächig aufgebracht, kann aber auch nur in Teilflächen aufgedruckt werden, wenn er mit anderen Effekten kombiniert wird, z. B. mit Matt/Glanz-Effekten oder Reliefstrukturen. Dunkle Farben werden mit Softtouch-Lack noch etwas matter und dumpfer, sehen dadurch noch edler aus.

Der Druckfarbenhersteller hubergroup hat zwei unterschiedliche Softtouch-Lacke im Programm seiner Akzidenz- und Verpackungsdruckfarben, die sich je nach gewünschter Anwendung unterscheiden. Die Entscheidung, welcher der geeignete ist,  richtet sich z. B. danach, welcher Grad an Transparenz gewünscht ist oder welches individuelle Haptikgefühl hervorgerufen werden soll. Im Fall von Verpackungen ist es wichtig zu wissen, ob das Druckprodukt später weiter veredelt wird, denn dann ist die entsprechende Eigenschaft zur Heißfolienprägbarkeit gefordert. Ebenso wichtig ist, ob die Verpackung für Lebensmittel gedacht ist. Da keinerlei Bestandteile aus dem Lack in das verpackte Lebensmittel übergehen dürfen, müssen seine Rezepturbestandteile so ausgesucht sein, dass dieser Fall ausgeschlossen ist. Ein so genannter migrationsarmer Softtouch-Lack garantiert eine sichere Verpackung.

 

Tasten beeinflusst Denken
Forschungen zeigen, dass Tastwahrnehmungen Auswirkungen auf den Denkinhalt zeigen. Je nachdem, was wir in einem bestimmten Moment fühlen bzw. mit der Hand berühren, beurteilen wir eine gegeben Situation unterschiedlich. Ein Beispiel: Probanden, die während eines fiktiven Bewerbungsgesprächs zwei Kilo schwere Klemmbretter in den Händen hielten, schätzten potentielle Job-Interessenten als höher qualifiziert ein und schrieben den Bewerbern größeres Interesse zu als die Vergleichsprobanden, die ihr Urteil mit einem leichten Klemmbrett in den Händen fällten. Das Gewicht der Klemmbretter beeinflusste die Einschätzung und verlieh auch den Bewerbern mehr Gewicht. Ein mit Softtouch-Lack überzogenes Druckprodukt sorgt in diesem Zusammenhang dafür, dass die Eigenschaften des Lackes – sanft, angenehm, anspruchsvoll – auf den transportierten Inhalt übertragen werden. Ein verpacktes Produkt, eine Einladung, eine Firmenbroschüre oder der Mensch hinter einer Visitenkarte werden als hochwertig empfunden.

 

Foto © Colour/pixabay

 

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